Einkaufen gehört definitiv nicht in die Kategorie Lieblingsbeschäftigungen von mir. Die überall im Weg stehenden Einkaufswagen, dann Kinder am herumfingern im Gemüse, noch schlimmer die Erwachsenen, welche jede Tomate per Fingerdruck testen müssen. Dann verloren aussehende Männer, irgendwo zwischen einem Gestell ausgesetzt, während die Frau drei Reihen weiter ein munteres Schwätzchen mit der Nachbarin hält. Und immer dann, wenn man es besonders eilig hat, kommt man kaum voran oder findet die Produkte nicht.
Doch, wenn mich die Migrosverchäuferin an der Kasse dann freundlich anlächelt in einer Art und Weise, welche mir zeigt, wir kennen uns, dann wird mir einfach warm ums Herz! Sie weiss auch, dass auch wenn ich noch das Rollband am Beladen bin oder durch den Vorkäufer noch keinen Zugang zu der schon abgescannten Ware habe, dass ich diese gerne gleich nach dem Preisetikettencheck in meinen Papiersack packe. Auch wenn ich dann diese Papiertasche oft auch noch zuerst aus meiner umgehängten Plachentasche hervor holen muss. So lässt sie den Blumenkohl wie selbstverständlicher nicht das Rollband herunter rollen, sondern hält diese mit einer Hand zurück und scannt mit der anderen Hand munter weiter. Dies mit einem Lächeln auf den Lippen und so lange, bis ich bereit bin die ganze Ware in Empfang zu nehmen.
Wenn es dann ums Zahlen geht, fragt sie routinemässig nach der Cumuluskarte, welche bei mir ein Kleber auf der Postcardhülle ist. Diese muss ich mühsam aus meinem zu engen Portemonnaiefach grübeln, wobei mir sicher noch die Kartensammlung aus dem Hauptfach auf den Boden fällt, was ihrem Lächeln keinen Schaden nimmt und auch nicht an ihrer Geduld zerrt. Schlussendlich wünscht sie mir dann noch herzhaft einen guten Tag und ich verlasse das Geschäft mit dem Gedanken, dass Einkaufen eigentlich doch nicht so schlimm ist. Und, ein wenig freue ich mich schon auf das nächste Mal, wenn ich wieder von meiner Kassiererin bedient werde, mit dem lieben Lächeln auf den Lippen und ihrer Engelsgeduld!