Eigentlich bin ich ein Mensch, der höchst selten an Kopfschmerzen leidet. Seit ich jedoch in die Tessiner Hauptstadt gezogen bin, kenn ich dieses Leiden etwas besser. Wenn mir der Kopf auf unerklärlicherweise wieder anfängt zu schmerzen, dann weiss ich, er ist wieder da, il vento. Und dies auch, wenn ich einen ganzen Tag hinter geschlossenen Dachfenstern an der Arbeit sitze und sein Wirken weder sehen noch physisch spüren kann. In diesem Moment wird mir dann aber auch bewusst, es ist wieder Frühling. Denn, hier verraten nicht nur die Knospen an den Bäumen, die vielen schönen Blumen in den Gärten und das frischerwachte Vogelgezwitscher den Frühling, sondern eben auch der Wind. Obwohl, eigentlich ist es ja immer etwas windig hier bedingt durch all die Täler, welche rund um Bellinzona enden. Und konstant ein Lüftchen kann sogar sehr angenehm sein im Sommer, wenn das Quecksilber im Thermometer nur noch am in die Höhe steigen ist. In den Frühjahrsmonaten ist es aber zeitweise schon eher sturmartig hier, so stürmisch, dass es auch dem Kopf ganz sturm werden kann.