…den sichtlich unter Zeitdruck stehenden Pöschteler mit seinem grossen Paketauto mitem im Gewusel der Stadt. Der mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre es ein Paket der Arbeit, dem Bedürftigen am Boden ein Pack Essen vor die Füsse legt und genauso schnell wie er gekommen ist auch schon wieder verschwunden ist…
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Träumen vom VW Bus und der Welt…
…oder auch schon nur, vom Erkunden der Schweiz. Nach einem gemeinsamen Abendessen bei Freunden, entscheiden Matthias und ich, gemeinsam ein Stück des Weges nach Hause zu gehen. Obwohl es nach Unten geht, was eigentlich meine grosse Stärke ist, fordert er mich, bepackt mit allerlei Taschen, mit seinen 12 km/h ziemlich heraus. Am Horizont sieht man den Jura mit der berühmten untergehenden Sonne – ein Gefühl von Heimat bereitet sich augenblicklich in mir aus. „Schau, die Hasenmatt!“ zeige ich ihm freudig. Etwas beschämt meint er, dass er diese nicht kenne. Er fängt zu erzählen an, dass für ihn das Reisen, und sei es auch nur in der Schweiz, fast unmöglich ist. Sein Rollstuhl bringt ihn nur beschränkte an gewisse Orte. Ein weiteres Problem ist, dass eine Reise auch viel an Betreuungsaufwand bedeutet und so fast unmöglich ist für ihn. Sein Bewegungsradius ist trotz mehr als 40 Lebensjahren deshalb ziemlich klein geblieben. Mir wird schwer ums Herz. Ein Seeländer, der die Hasenmatt nicht erkennt. Ich schäme mich fast, dass ich regelmässig am Wochenende in der halben Schweiz herumfahre und ausser wenigen ausgesetzten Kletterbergen mir fast jeder Platz in unserem schönen Land offen steht zum Besuch. Ich habe die totale Freiheit und manchmal braucht es einen Spaziergang mit einem Tetraplegiker, um mir das wieder voll und ganz bewusst zu werden.
Dann kommt Leben in sein Erzählen. Diesen Frühling hat er eine Fernsehsendung gesehen, wo ein Mann für seine Frau im Rollstuhl einen VW Bus umgebaut hat und nun erkunden sie zusammen die Welt. Seither ist er gefesselt von dieser Dokumentation. Ganz klar stellt er mir seinen Traum vor: er will sich einen VW Bus umbauen und so mit seiner Freundin die Schweiz kennen lernen. Das Problem ist nur, dass es nur wenige Modelle gibt, wo er mit seinem riesigen Gefährt reinpasst. Und genau diese Modelle gibt es kaum auf dem Occasionsmarkt. Ausserdem wird es auch noch eine clevere Idee nötig sein, damit er ohne grosse Anstrengungen vom Rollstuhl auf den Beifahrersitz wechseln kann. Dies scheint ihm aber weniger ein Problem, als ein Auto zu finden.
Seine Augen funkeln so richtig. Mit Herzblut ist er voll und ganz bei seiner Idee. In mir ist das Gedankenkarussell losgetreten. Jemandem zu helfen, so einen innigen Herzenswunsch zu erfüllen, wäre einfach grandios. Ich bin überzeugt, wenn jemand so brennt für einen Traum, dann wird er sich erfüllen. Aber vielleicht kann ich doch etwas mithelfen, in dem ich nicht nur meine Augen und Ohren offenhalte, sondern wieder mal etwas Lotto spiele im Gedanken an Matthias, der mit Hilfe von vier Rädern die Schweiz erkunden will.
Strassenmusik
Musik ist etwas wunderbares. Und wenn von Herzen gespielt, kann es tief berühren. Schon beim ersten Vorbeigehen faszinieren mich die Klänge des Strassenpianisten auf seinem kitschigen, mit grünem Plüsch überzogenen Klavier. Auch ich gehe vorbei, der Kopf voll mit Sachen, die es noch zu erledigen gibt. Auf dem Weg zurück, packt mich seine Musik wieder und zwar bevor ich ihn sehe. Mein Portemonnaie habe ich längst gezückt. Ein besonderes Talent hat er und wird kaum gewürdigt. Sein Kässeli ist quasi leer und Publikum hat er keines. Im Jahre 2020 hat man scheinbar keine Zeit mehr für spontane Gratiskonzerte.
Mir kommt der erst gerade wieder gelesene Artikel über den Violinenspieler an der U-Bahnhaltestelle in Boston in den Sinn. In einer Stunde haben gerade mal 20 Menschen angehalten und zugehört, 32 Dollar sprangen dabei raus. Was keiner der ungefähr 2’000 vorbeigehenden Passanten ahnte war, dass er einer der grössten Musiker der Welt als Teil eines sozialen Experimentes zur Wahrnehmung dort stand und spielte. Davon eines der schwierigsten je geschriebenen Stücke, mit einer Violine im Wert von mehr als 3.5 Millionen Dollar. Für dieselbe Präsentation wurden am Abend zuvor in Bosten an einem regulären Konzert durchschnittlich 100 Dollar pro Konzertticket verlangt.
Und so frage ich mich, ob ich wohl auch gerade vor einem bekannten Musiker stehe, der unbeirrt weiter in die Tasten greift während er sich herzlich bei mir bedankt. Oder ob er eines der vielen unentdeckten Talent ist, die mit Freude eins sind mit ihrem Instrument. Jedenfalls spielt er so, dass mein Herz mitschwingt, mich seine Töne in den Bann ziehen und mich noch etwas mit meinen Gedanken auf meinem Weg begleiten.
Der Augenblick…
…wo nichts mehr war wie es mal war. Wer hätte je, vor ein paar Monaten geglaubt, dass plötzlich kaum mehr Flieger in der Luft sein werden. Wer in dieser schnellen Welt hätte geglaubt, dass plötzlich vieles still stehen wird, von einem Tag auf den Anderen. Und wer hätte geglaubt, dass wir alle gelockt downed zu Hause sitzen werden, die Menschheit sich im homeoffice verschanzt und nur noch zum Lebensmittel einkaufen nach Draussen geht. Kein Shoppen, kein Coiffeur, keine Bergfahrt und auch kein Kaffee mit Freunden mehr. Dass ganz ohne Krieg Grenzen geschlossen sein werden, man Menschen meiden wird und argwöhnisch anschaut, wenn das Distancing nicht eingehalten wird. Niemand, niemand hätte solchen Voraussagen je Glauben geschenkt. Und plötzlich kam so ein kleines Virus und die Welt stand buchstäblich still.
Gwundern kann man auch als grosses Kind
Und manchmal ist er einfach da, der Gwunder. Dieses Gefühl von nicht wissen, sich aber eine Vorstellung im Kopf zurecht tischen wie etwas sein könnte, dieses leichte Kribbeln im Bauch, etwas Nervosität in der Luft. Der leise Drang gleich alles aufzudecken und zu wissen und sich doch bewusst sein, dass dies dann auch mit sich bringt, dass jeglicher Gwunder und Überraschungseffekt sogleich verfliegt. Es fühlt sich wunderbar an sich zu bewegen zwischen wissen wollen und noch doch noch nicht hinter die Kulissen geschaut zu haben. Es lässt einen ein Gefühl aus der Kindheit zurückholen. Damals als man vielleicht noch weniger selber entscheiden konnte, ob nun etwas aufgedeckt wird oder nicht aber man oft am Gwundern war.
Dort, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen
Es war einmal ein kleiner Hase. Er sass alleine auf dem Waldboden und sah etwas einsam aus. Der Fuchs, gerade auf dem Weg zur Jagd, streifte vorbei. „Tschau Hase!“ „Guten Tag Herr Reinecke!“ „Geht’s Dir gut?“ „Danke, und Ihnen?“ „Mir geht’s blendend.“ Stunden später kommt der Fuchs zurück und findet den Hasen noch immer auf derselben Stelle sitzen. „Hey Hase, bist Du immer noch hier? Was ist los?“ „Nichts, es ist nichts.“ Und genauso fühlte er sich, etwas leer. „Ach komm, nun sitzt Du schon den ganzen Tag über hier und schaust bekümmert drein.“ „Mir geht es gut, Danke.“
Am nächsten Morgen begegnet der Fuchs dem Hasen wieder, noch immer auf derselben Stelle sitzend. Die Ohren leicht abgeknickt und vor sich hin starrend. „Kleiner Hase, ich glaube Dir nicht, was ist los?“ Der Fuchs setzt sich neben den Hasen. Dieser schaut ihn verängstigt von Unten an. Er hatte früh gelernt, mit Füchsen legt man sich nicht an. Diese stolzen, prächtigen Tiere mit dem wunderbaren roten Fell und dem buschigen Schwanz mit weisser Laterne sind nicht ungefährlich. Schlau sind sie, man soll sich in Acht nehmen vor ihnen. „Nichts, Herr Reinecke, wirklich nichts.“ Der Fuchs lässt sich vom Hasen bewundern und sitzt still neben ihm. Nach einer Weile legt er ihm die weisse Pranke auf die Schulter. „Kleiner Hase, was ist denn nur mit Dir los?“ Der kleine Hase zittert, er hat Angst vor der riesigen Pranke. Als er jedoch hinauf in die Augen des Fuchses schaut, sieht er eine Wärme darin blitzen und plötzlich bricht es unter Tränen aus ihm heraus. „Mister Reinecke, wir waren auf der Wiese. Alle, meine Eltern und meine Geschwister. Da, wo der gute Klee wächst, da, wo die Sonne einen das Fell erwärmt. Plötzlich kamen riesige Schatten, alles ging sehr schnell, Gekreische – dann waren sie alle weg. Meine ganze Familie haben die Adler geholt, alle, alle ausser mich.“ Der kleine Hase bricht in Tränen aus. Da zieht der Fuchs ihn mit seiner Pranke an sich und legt seinen buschigen Schwanz um ihn. Nach einer Weile hört der Hase auf zu zittern und seine Tränen versiegen. „Kleiner Hase, wann hast Du denn das letzte Mal gegessen?“ „Ich weiss es nicht, antwortet der Hase.“ Da meint der Fuchs, er solle ihm folgen und führt ihn zu einer kleinen Waldlichtung voller Klee. „Friss mein kleiner Hase, ich pass derweil auf Dich auf.“ Zögerlich fängt der Hase an, das Gras zu zupfen. Mit jedem Bissen wird der Hunger grösser. Als er fertig ist, legen sie sich zusammen hin.
Nach einer Weile nimmt der Hase seinen Mut zusammen und fragt den Fuchs, weshalb er das alles den für ihn tue? Er sei doch ein Fuchs und gebe sich für gewöhnlich nicht mit kleinen Hasen ab? „Ach“, meinte der Fuchs, „ich bin nicht so wie die Anderen. Als ich Dich so traurig sitzen gesehen habe, da bist Du mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen.“ Sie schauen sich zusammen die Sterne an. „Schau, da, eine Sternschnuppe! Und noch Eine!“ Der Hase nimmt seinen ganzen Mut zusammen, „mein lieber Reinecke, ich mag Dich sehr, Danke, dass Du für mich da bist und mir die Sterne vom Himmel holst!“ Der Fuchs antwortet dem Hasen: „lieber Silberrücken, ich mag Dich auch ganz fest!“ Sie liegen noch eine Weile da und schauen die Sterne an, bis sie beide eingeschlafen sind.
Als der Hase erwacht, findet er sich alleine. Er schaut sich um, kann den Fuchs aber nirgends sehen. „Reinecke, wo bist Du?“ Er sucht ihn überall. Auch in seiner Höhle ist der Fuchs nicht. Es vergehen Tage, der Fuchs ist unauffindbar. Traurig lässt der Hase seine Ohren sinken. Seine kleine Welt ist ohne den Fuchs eine leere Welt. Er legt sich hin und schläft ein.
„Und das ist das Ende der Geschichte.“ „Aber Oma, wieso ist denn der Hase traurig?“ „Weisst Du, er vermisst halt seinen Freund. Sie haben eine wunderbare Zeit zusammen verbracht.“ „Aber wo ist denn der Fuchs?“ „Das weiss ich auch nicht mein Kleiner.“ „Aber es geht ihm gut?“ „Dem Fuchs geht es ganz bestimmt sehr gut. Er hat vielleicht eine neue Höhle gefunden, einen anderen Hasen getröstet oder einen netten anderen Fuchs getroffen, mit dem er sich nun herumbalgt.“ „Aber wenn er gegangen ist, wieso hat er denn den Hasen nicht mitgenommen?“ „Weisst Du, Fuchs und Hase gehören eigentlich nicht zusammen, sie sind zu verschieden. Und weisst Du, das Leben ist ein Weg, den man grundsätzlich alleine geht. Dabei gibt es ein Kommen und Gehen von Begleitern. Manche bleiben etwas länger, manche sind nur kurze Zeit da. Schlussendlich geht aber jeder seinen Weg für sich. Und das wichtige ist, dass man ihn so geht, wie man das gerne möchte. Alle Begleiter darin haben eine Rolle, vielleicht erkennt der Hase die des Fuchses erst viel später.“
„Ist er gegangen, so wie Opa gegangen ist?“ Nein, Opa ist gegangen und schaut nun als Engel, dass es uns gut geht!“ „Aber Oma, gell, Du gehst nie weg von mir?“ Sie drückt in fest an sich, wischt sich heimlich eine Träne weg und meint: „nein nein mein Lieber, ich bleibe bei Dir. So, nun ist es aber auch für Dich kleiner Hase Zeit, gute Nacht zu sagen!“
Der Augenblick…
…wo man vor dessen stolzen Bäckerin herzhaft in ein wunderbar aussehendes dunkles Schoggimuffin beisst und mit Schrecken feststellt, dass dieses nun auch für eine absolut nicht heikle Esserin wie mich wirklich kaum geniessbar ist und man sich fest darauf konzentrieren muss, ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern und anerkennend zu nicken statt wie reflexartig den Bissen wieder auszuspucken.
Wenn das Hinsitzen an der Sonne zur Abnormalität wird…
Gleich kriege ich Besuch! Wie ich mich freue! Draussen scheint die Sonne und die Gartenplatten unseres Weges zum Haus sehen herrlich warm aus. So beschliesse ich, nach Unten zu gehen und mich dort an die Sonne zu setzten und etwas aufzuwärmen. Was auch den Vorteil hat, dass ich dann meinem Gast gleich den Parkplatz zeigen kann. Ich sitze gemütlich auf den Platten vor den Parkplätzen, nahe an der Tanne, um mich vor dem Wind zu schützen. So warm ist es nämlich effektiv auch nicht mit dem Wind der bläst. Keine 10 Minuten später werde ich von Weitem angesprochen, ob alles in Ordnung sei. Meine Antwort, das alles bestens sei, scheint nicht zu befriedigen. Die Frau läuft weiter auf mich zu, und fragt rufend, ob sie mir helfen könne. Ich antworte, dass ich nur am Warten sei und die Sonne geniesse. Sie lässt davon ab, noch näher zu kommen, aber scheint nicht ganz überzeugt zu sein. Mehrmals dreht sie sich zu mir zurück. Mittlerweile fühle ich mich etwas komisch am Boden sitzend und stehe zum Warten auf.
Einerseits ist es schön, in einem Dorf zu wohnen, wo man sich noch um die Nachbarn kümmert und nicht wegschaut. Andererseits stimmt es mich nachdenklich, wenn das auf dem Boden sitzen und die Sonne geniessen mittlerweile zu einer Abnormalität geworden ist.
Kundenumfrage bei der SBB
Billettkontrolle im Zug. Ich strecke mein GA hin, welches abgescannt wird.
Fahrstreckenergebung (im schönsten Zürcher Dialekt): Vo wo bis wo reiset sie?
Ich: Bonstette nach Wipkinge
Fahrstreckenerhebung: langs itöggele…
Fahrstreckenerhebung: übere HB?
Ich: nei, Autstette und när Hardbrügg und dert ufe Bus
Fahrstreckenerhebung: langs Itöggele…
Fahrstreckenerhebung: chönntet Dir bitte z’nächste Mau nume no Afangs- und Ändpunkt vo dr Zugstrecki säge und nid, was Dir mit em Bus machet, das isch nämlech öppis ganz anders.
Fazit: Reisen mit dem GA ist nicht nur gedankenloses Einsteigen und Hinhalten der Karte.
Win for life im wahrsten Sinne des Wortes
Zugegeben, bis an diesem Donnerstagmorgen am Bahnhof Bellinzona habe ich noch nie ein „win for life“ Los gesehen, geschweige denn gewusst, wie man damit gewinnen kann. Aber eines nach dem anderen. Da stehe ich auf dem Perron in Bellinzona und warte auf meinen Anschlusszug als ich unweit von mir entfernt einen älteren Mann beobachte, der herum tigert und in Tessiner Dialekt vor sich hin schwätzt. Bruchteilhaft verstehe ich, dass es um den Zug geht, den auch ich nehmen will. Da dieser nun auf einem anderen Gleis fährt als üblich, nehme ich an, seine Unruhe rührt von dieser Gleisänderung. So spreche ich ihn an und frage, ob er Hilfe bräuchte. Von Nahem sieht er nicht nur alt, sondern uralt aus, scheint aber noch ziemlich fit zu sein. Sofort quasselt er mich auf Dialekt zu bis ich ihn bitte, doch auf Italienisch zu wechseln, da mir das Verstehen von Dialekt schon etwas Mühe bereitet. Ohne mit der Wimper zu zucken fährt er in Hochdeutsch fort und wir können das Zugproblem im Nu lösen und er ist erleichtert. Dann schaut er mich an, öffnet seine Jackentasche und zieht ein Los hervor. Ein „win for life“ Los erklärt er mir und er habe gewonnen!. Schon möglich antworte ich, keinerlei Ahnung, ob das wirklich stimmt. Doch, erklärt er mir, das sei wirklich wahr, man müsse das folgende Zeichen drei Mal auf gerubbelt haben, was er tatsächlich auf seinem Los hat. Es koste nur fünf Franken, ich solle das doch auch mal ausprobieren. Dann zeigt er auf die zwanzig Jahre Gewinn, schmunzelt, sagt schelmisch zwanzig Jahre und schaut mich mit einem Blick an, der mich als Mitwisserin von ihm fühlen lässt im Sinne, wir beide wissen, dass zwanzig Jahre nicht mehr drin liegen für ihn. Ich freue mich dennoch für ihn, gratuliere zu seinem Gewinn und unsere Wege trennen sich beim Einsteigen.
Während der Zugfahrt rätsle ich etwas über den Preis von viertausend Franken für zwanzig Jahre und wie der alte Mann mir dieses Los einfach so gezeigt hat – könnte schon verlockend sein für dahergelaufene Passanten wie mich. Beim Aussteigen treffe ich ihn wieder und gebe ihm den Ratschlag, doch gut auf sein Los aufzupassen, dass er es doch nicht einfach fremden Leuten wie mir zeigen soll, nicht dass es ihm dann noch jemand wegnimmt, aber er solle auch aufpassen, dass es ihm nicht aus der Jackentasche fällt. Er hört mir nicht richtig zu, freut sich aber, sich etwas unterhalten zu können. So erzählt er mir dann, dass er gerade auf dem Weg an einen Altersnachmittag sei. Er wohne im Altersheim. Seine Frau sei schon länger gestorben. Es hat nur alte Frauen im Heim, was nicht gut sei. Er suche sich nun eine junge Frau und gehe auf die Malediven, er habe ja nun sFr. 4000.- pro Monat. Ob ich denn wisse, wo die Malediven sind. Ich muss etwas lachen bin aber dann froh, in eine andere Richtung zu gehen, bevor ich noch gefragt werde, ob ich mitfliegen möchte, schliesslich bin ich mir doch nicht so ganz sicher, wo die Malediven liegen. Viel später am Tag nimmt es mich dann aber doch noch Wunder, ob er tatsächlich gewonnen hat oder ob das reine Fantasie war. Und tatsächlich, mit einer Chance von 1:1.5 Millionen hat er sich tatsächlich den Gewinn fürs Leben geholt und irgendwie freue ich mich gerade riesig für ihn!