Geisterstunde im Schloss

Ende Juli, etwas bewölkt und es fängt schon früh an zu dämmern. Es ist angenehm warm draussen und unglaublich still. Bellinzona still halt. Aus reinem Jux fängt mein Gspändli an, einen Geist in einer der dunkleren Ecken von Montebello zu malen. Dieser taucht dann während dem ganzen Spaziergang immer wieder als running gag im Gespräch auf. Sei es auf der halbdunklen Terrasse von Sasso Corbaro, dahinter in den Bäumen oder zurück auf Montebello im Graben der Ziehbrücke. Schlussendlich verwandle ich den Geist dann noch in eine Sie. Schliesslich gab es sicher auch schon damals Frauen, die nicht ganz Regelkonform waren und sich nicht benahmen und dann mal verschwinden mussten. Oder man denke nur an all die überlieferten unglücklichen Liebesgeschichten. In all den Gedanken an Ritter, Prinzessinnen und eben auch Geister kommt es wie es schon fast provoziert war. Während ich die Treppenstufen im Dunkeln entlang der Mauer suche, höre ich ganz kurz eine Frauenstimme. Dann ist es wieder still. Mein Begleiter hat weder was gehört, noch sehen wir jemanden. Beim nächsten Spaziergang werd ich wohl meine Phantasien bezüglich Mittelalter und was da alles wohl geschehen ist in und rund um diese Steine wieder etwas zügeln.

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