Ferien, eine Art Zauberwort! Wochenlang kann man sich ob ihm erfreuen. Erwartet mit Spannung den Tag, an dem es dann wirklich losgeht. Die letzte Woche davor scheint man bei der Arbeit plötzlich total ausgelaugt und ausgepowert zu sein, weil der Kopf weiss, dass es bald die Zeit ist, die zum Erholen gedacht ist. Und, Erholung hat die grösste Wirkung dort, wo Erholung nötig ist. Die Zeit scheint kaum zu vergehen bis die Ferien endlich anfangen und doch wird sie dann immer knapper und die Liste der Dinge, welche unbedingt zu erledigen sind scheinbar immer länger. Vom Geldwechsel zum Hütedienst der Pflanzen, putzen der Wohnung, Post umleiten.
Das Kofferpacken ist auch so ein ewig dauerndes Mühsal auf diesem Weg. Bis man sich entschieden hat, welche Schuhe, wieviel Paar Hosen einzupacken sind, oder auch schon nur welche Jacke nun wohl angemessen sein wird. Und zu guter Letzt packt man mehrmals wieder aus, um sich zu vergewissern, ob der Steckeradapter wirklich mit dabei ist, der Gurt eingepackt und auch das Pyjama nicht fehlt. All diese Vorbereitungen und Vorfreude gemischt mit Neugier und doch auch einer Portion Nervosität vor dem Unbekannten, das da wartet. Den Reiseführer mehr oder weniger studiert und doch kann man nicht wissen, wie es dann tatsächlich so ist, dort, wo die Reise hinführt.
Endlich ist er da, der Moment! Auf geht’s ins Unbekannte! Schon wenige Kilometer weg von zu Hause erwarten uns neue Landschaftsbilder. Begegnen uns andere Menschen und mit ihnen faszinierende Kulturen und Traditionen. Können ungewohnte Mentalitäten, fremde Sprachen, interessante Geschichten und andere Lebensweisen uns in den Bann ziehen. Vieles ist ungewohnt, anders, neu und es gibt so manches zu entdecken! All dies lässt die Ferien zu einem Erlebnis werden! Die Zeit vergeht wie im Fluge. Meist fehlt die Zeit um all die Eindrücke wirklich zu verarbeiten. In den meisten Fällen sind sie dann auch viel zu schnell schon wieder vorbei, die Ferien. Die letzten Tage trauert man deren Ende entgegen und die Vorfreude auf den Alltag ist nicht überdimensional gross.
Und doch, gelandet zu Hause überkommt einen ein Gefühl von Heimat. Es fängt an bei der Passkontrolle am Flughafenausgang, wo man mit einem so wohlklingenden Grüetzi begrüsst wird. Ohne sich zu bemühen versteht man auch die Durchsage im pünktlich eingetroffenen Zug. Das Brot und das Chnörzli dazu schmecken zu Hause einfach am Besten! Auch wenn man nach ein paar Wochen weg schon fast ein bisschen schmunzeln muss, wenn man diese einkaufen geht und von einer waschechten Bernerin bedient wird. Das mit der Langsamkeit hat schon so etwas an sich! Sogar den Radiosprecher könnte man plötzlich umarmen ob all dem Gefühl von Zuhause sein, welcher die bekannte Stimme auslöst. Und selbst der Nachbarin mit den Waschküchenproblemen begegnet man gerne, ein bekanntes Gesicht und nicht nur lauter Anonymität. Mit neuer Freude wird der Arbeitsweg unter die Füsse genommen und mit Neugierde entdeckt, was sich verändert hat. Die Blätter an den Bäumen am Spriessen, ein frischer Strassenbelag oder ein neu geöffneter Laden. Gelassen fängt man an der Arbeit an, von Stress keine Spur und man freut sich, dass Du wieder zurück bist. Auch beim Sport am Abend merkt man, wie man im Grunde genommen all die bekannten Gesichter vermisst hat, wie schön es ist, seinem gewohnten Lebensrhythmus zu folgen. Das Bekannte, die Routine geben ein Gefühl von Geborgenheit und Wohlbefinden. Zurückkommen in den vertrauten Alltag ist halt doch auch etwas wunderbares!